WAHNSINN- über 2000 Spielideen

Von wegen sechs Wochen, in meiner Schulzeit gab es bis zu neun Wochen Sommerferien. Heißersehnt wurde diese Zeit jedoch irgendwann zur Plage, denn die meisten Freunde waren nicht vor Ort und die tägliche Fahrradfahrt ins nächste Freibad wurde alsbald zur Ödnis. Zu meinem großen Glück durfte ich oft ins Ferienlager fahren und konnte so der Langeweile und den häuslichen Pflichten entfliehen. Ich weiß nicht mehr wie oft, aber meine Ferienlagerzeit verbrachte ich überwiegend im schönen Thüringen Wald, in Katzhütte. Dort erlebte ich unglaubliche Abenteuer, fand jede Menge neue Freunde und freilich schielte ich gelegentlich nach dem gutaussehenden Jungen aus dem Nachbarbungalow. Meine Töchter kennen all jene lustigen, schwierigen und wichtigen Erlebnisse jener Tag wahrscheinlich auswendig, da ich sie auch heute noch immer wieder gerne erzähle.

Blogger für Jugendarbeit aus Leidenschaft

Einer, der sich bestens mit Ferienfreizeiten auskennt, ist Daniel Seiler. Der 32jährige freiberufliche Social Media Redakteur kam 2009 nach Erfurt, um seinen Master in Kinder- und Jugendmedien zu machen, verließ die Stadt wieder und kam 2015 aus beruflichen Gründen zurück.
Neben seinem Job ist er leidenschaftlicher Blogger und das bereits seit 10 Jahren.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH und bitte weiters so!

In seinem Jugendleiter-Blog beschreibt er über 2000 Spiele für Drinnen und Draußen, Sommer und Winter sowie Ferienlager- und Gruppenstundenideen. Basteltipps gegen die Langeweile hat er ebenso parat, wie herrliche Gruselgeschichten zum Erzählen oder Kochrezepte für hungrige Mäuler in Mannschaftsstärke. Aber auch Tipps im Umgang mit kniffligen Situationen sind auf seinem Blog zu finden. Dieser Blog ist für mich eine wahre Fundgrube für Spielideen und ein schlauer Ratgeber zugleich. Hier findet man alles, was ein guter Sommer, unvergessliche Ferien und langweilige Autofahrten benötigen und das egal ob Jugendgruppe, Kindergarten, Kindergeburtstag oder Urlaub in Familie

Als Kind selbst erlebt

Wie kommt man auf so eine Idee, wollte ich von Daniel wissen. Alles begann bei ihm, als er neun oder zehn Jahre alt war, und ihn seine Eltern in die Gruppenstunde der ortsansässigen Kirchgemeinde schickten. Was anfänglich skeptisch von ihm beäugt wurde, begann ganz allmählich liebgewonnene Routine zu werden. Immerhin blieb er dieser Gruppe bis zu seinem 15. Lebensjahr treu. Später nahm er die Verantwortung selbst in die Hand, leitete einen Jugendverband, organisierte Gruppenstunden und eben auch Ferienlager. „Als Kind ist man ganz oft autoritären Systemen, sowohl in der Familie als auch in der Schule, ausgesetzt. Man hat immer das feste Rollenbild vor Augen. Jugendarbeit, wie ich sie immer erlebt habe, war da der Gegenpart“, erklärt mir Daniel. „Jugendarbeit gibt Kindern Räume und Möglichkeiten, sich selbst und ihre Stärken kennenzulernen, Hemmschwellen abzubauen und Verantwortung zu übernehmen“, betont er überzeugt.

Die Jugendarbeit, die er als Kind erlebte und als Jugendlicher organisierte, hat ihn als Mensch geprägt und ihm mehr denn je Entwicklungsräume gegeben. Das Erlebte jener Zeit und die wertvollen Erfahrungen waren für ihn Motivation, auch anderen Jugendleitern verschiedene Hilfestellungen mit auf dem Weg zu geben.

Von Kindergeburtstag bis Jugendleiter

Seinem Blog folgen monatlich beachtliche 20.000 Besucher, hinzu kommen ca. 1.800 Facebook- und 2.000 Instagram Followers. Durch das positive Feedback seiner Blogbeiträge weiß Daniel, dass 60-70 % seiner Leser Jugendleiter sind. Aber auch Eltern, die Kindergeburtstage planen, oder Lehrer und Kindergärtner suchen nach Inspirationen. Die meisten Inhalte richten sich an Aktivitäten für Kinder ab 6 bis 7 Jahren. Wird er angeschrieben und um Hilfe gebeten, ist er gerne bereit, verschiedene Aktivitäten für Kinder- oder Jugendgruppen zu empfehlen. „Neulich“, erzählt Daniel „hat mich ein ziemlich langer Brief erreicht, indem mir ein Jugendleiter über verschiedene Schwierigkeiten in seiner Gruppe berichtete und mich um Ratschlag bat. Ich denke, ich konnte ihm viel beantworten, einfach aus meinem eigenen Erlebten heraus. Die Fragen des Jugendleiters haben mich so zum Nachdenken gebracht, dass ich mehrere Beiträge für den Blog geschrieben habe.“

Inspiration findet man überall

Natürlich frage ich mich, ob Daniel alle Spiele, die er auf seinem Bog vorstellt, selber ausprobiert hat und woher er seine nie enden wollenden Ideen nimmt. Immerhin sind 2000 Spiele schon eine ordentliche Hausnummer. Lachend erzählt er mir, dass er tatsächlich über 80 Prozent aller Spiele selbst ausprobiert hat. Woher er seine Ideen nimmt? Ganz einfach, nach 12 Jahren Jugendleitertätigkeit kann er auf ein ordentliches Spielerepertoire zurückgreifen. Hinzu kommen Ideen aus verschiedenen Seminaren und Fortbildungen und das intensive Beschäftigen mit dem Thema Spielpädagogik. Inspiration findet er außerdem in Spielbüchern, wobei er keine Ideen abschreibt, wie er betont, sondern vielmehr überlegt, ob er die Spiele wie beschrieben anwenden würde oder doch lieber anders spielt. Inspiration bieten ihm zudem verschiedene Facebookgruppen zum Thema Jugendarbeit. Gerade in diesen Gruppen werden immer wieder Fragen gestellt oder Themen aufgegriffen, die ihn zum Nachdenken bringen und über die er letztlich in seinen Blogbeiträgen schreibt.

Spielen, um Stärken und Schwächen zu erkennen

Kennenlernspiele, Geländespiele, Stadtspiele, Spiele für Zwischendurch, Quizspiele, Lagerfeuerspiele, Naturspiele für alle Jahreszeiten, Warmup-Spiele, Kommunikationsspiele…. Und was spielst du am liebsten, frage ich den Spieleexperten? „ Am liebsten mag ich Spiele, bei denen es weder Gewinner noch Verlierer gibt, sondern die Kinder- oder Jugendgruppe durch die gestellte Aufgabe zeigen muss, wie stark sie ist oder wo sie noch besser zusammenwachsen muss.
Mein Lieblingsspiel geht wie folgt: Eine Flasche Wasser und eine Reihe Gläser stehen auf einem Tablett. Darum wird ein Kreis von 2 Meter Radius gezogen. Die Spieler erhalten Seile und müssen durch geschicktes Zusammenspiel versuchen, das Wasser der Flasche auf die Gläser zu verteilen. Die Spieler dürfen den Kreis nicht betreten. Das klingt total schwierig, aber wenn eine Gruppe zusammenarbeitet, ist das überhaupt kein Problem“, erläutert mir der sympathische junge Mann. „Diese Art Spiele lassen sehr gut erkennen, wie ein Team funktioniert und wo es gegebenenfalls Schwachpunkte gibt“, ergänzt er.

Ideen auch als Bücher erhältlich

Wer fürs Lesen eher die analoge Variante bevorzugt, hat Glück, denn alle Spielideen hat Daniel in seinen fünf Büchern zusammengefasst. Zu seinen Büchern gehören:

  • Feuer, Wasser, Luft und Erde – 55 Aktionen zu den vier Elementen
  • Die 50 besten Abenteuerspiele
  • AUF GEHT`S – 111 Spiele für Jugendschar, Zeltlager & Co
  • Raus mit euch!: 70 Naturspiele für Gruppen, Zeltlager und Co
  • Und ÄKTSCHN!: 111 Spiele für Jungschar, Zeltlager und Co

Ein Link auf Daniels Blog zeigt euch, wo ihr diese Bücher kaufen könnt.

Mein Fazit!

Gerne begegne ich Menschen, die für ihre Ideen brennen, die nicht in jedem Fall auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind, die anpacken ohne zu fragen, die einfach machen und damit die Gemeinschaft bereichern. Daniel zu begegnen ist ein großes Glück, denn er ist einer dieser Menschen, die ganz leise und ohne großes Brimborium Erlebtes weitergeben und damit einen großen Mehrwert schaffen. Ich freue mich, seine Ideen an dieser Stelle für Kinder weiterzugeben und selber zu wissen, wo ich stöbern kann, wenn die nächste längere Autofahrt ansteht und es von hinten heißt: „Mama, wann sind wir da?“.

Kontakt

Daniel Seiler
Web: www.jugendleiter-blog.de
Mail: daniel.seiler@zielmedien.de

 

 

Liebe Grüße in den Tag hinein,

Doreen

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